Die meisten wollen später doch heiraten – Gründe fürs Heiraten

Die meisten wollen später doch heiraten – Gründe fürs Heiraten

Die meisten wollen später doch heiraten – Gründe fürs Heiraten
Leben ohne Trauschein kein Ideal für immer
Für junge Paare ist das Zusammenleben ohne Trauschein nur selten eine Dauerlösung. Die nichteheliche Lebensgemeinschaft ist vielmehr eine Phase, in der die Partner die Perspektiven für ihr weiteres Leben klären. Der Sozialforscher Prof. Laszlo A. Vaskovics von der Universität Bamberg untersuchte das Phänomen.

Erbefragte ab 1988 insgesamt 900 unverheiratete Paare, bei denen keiner der Partner älter als 35 war. Im Abstand von je zwei fahren untersuchte er mit seinem Team insgesamt drei-mal, ob und wie sich Lebensform und Lebensumstände, Pläne, Ziele und Einstellungen der Betroffenen geändert hatten. Bei der ersten Befragung hatte sich die Mehrheit noch gegen eine Heirat ausgesprochen, wobei wiederum die Mehrheit aber die Partnerschaft in der bestehenden Form durchaus fortsetzen wollte. Die Paare, die von ihren Heiratsplänen berichteten, wünschten sich in den meisten Fällen auch Kinder und ein Leben mit der Familie.

Sechs fahre später war gut die Hälfte der Paare verheiratet (53%), 7 8% lebten nach wie vor ohne Trauschein zusammen. jeder Zweite aus dieser Gruppe sprach nun aber den Wunsch aus zu heiraten. Die Gegner einer Ehe waren zur Minderheit geworden.

Sie waren im Schnitt älter als die heiratswilligen, besser (aus)gebildet, in ihren Einstellungen weniger traditionell, hatten geringere religiöse Bindungen und wollten keine Kinder. Nur 7% aller befragten Paare, die im Verlaufe der Untersuchung Eltern geworden waren, hatten sich trotz der Kinder nicht trauen lassen.

Fast jede dritte nichteheliche Partnerschaft scheiterte im Beobachtungszeitraum. Dabei hatten die Forscher Wert darauf gelegt, Partner in stabileren Beziehungen von schon zwei- bis dreijähriger Dauer zu befragen. Gründe für das Auseinandergehen waren räumliche Trennungen, die für viele mit dem Abschluss der Ausbildung und dem Einstieg in den Beruf verbunden waren. Außerdem wurden Abnutzungserscheinungen genannt, Alltagsroutine und fehlende gemeinsame Perspektiven.

Jedes fünfte Paar heiratete, weil es sich Kinder wünschte. Dass die Eheschließung meist vor die Familiengründung gesetzt wurde, nannten die Forscher ein erstaunlich traditionelles Verhalten.
Das zeigte sich auch in anderer Hinsicht: Geheiratet wird erst, wenn die Ausbildung beendet und eine sichere berufliche und wirtschaftliche Basis erreicht ist. Das spiegelt sich auch in der Wohnungseinrichtung.

Deren Standard nämlich liegt bei den jungen Ehepaaren deutlich über dem Niveau der früheren Wohngemeinschaft. Der nichtehelichen Lebensgemeinschaft kommt also offenbar nicht nur die Aufgabe zu, Gefühle und Bindung eingehend zu prüfen, sondern auch, einen gefestigten Rahmen für die Ehe zu schaffen und deren Basis vorab zu sichern.