Die Dritten im Bunde für die Jungverliebte – Gründe fürs Heiraten

Die Dritten im Bunde für die Jungverliebte – Gründe fürs Heiraten

Die Dritten im Bunde für die Jungverliebte – Gründe fürs Heiraten
Wir beide machen alles gemeinsam, sagen viele Jungverliebte. Wir haben genug mit uns selbst zu tun, behaupten manche Eheleute in den ersten Ehejahren. Daraus sprich eine deutliche Fixierung auf die eigene Beziehung. Freunde und Kollegen von einst finden da kaum noch einen Platz. Persönliche Interessen und Hobbys werden vernachlässigt zugunsten gemeinsamer Unternehmungen. So berechtigt der Wunsch ist, viel Zeit füreinander zu haben, so verständlich das Verlangen erscheint, den anderen ganz für sich haben zu wollen, so gefährlich ist eine solche vereinnahmende Entwicklung.

Damit Beziehungen gelingen, bedürfen wir des Dritten oder der Vierten im Bunde: die Zustimmung und den Rat, den Halt und die Zuwendung guter Freunde. Auf ihre wohlwollende Kritik, ihre aufmunternden Worte, ihren solidarischen Beistand, ihre tröstende Umarmung können Liebes- und Ehepaare nicht verzichten. Unterstützende Freunde sind unerlässliche Wegbegleiter. Kein Weg ist zu lang mit guten Freunden an der Seite, sagen die Chinesen.

Zwischen Liebe und Freundschaft gibt es bei allen Gemeinsamkeiten auch deutliche Unterschiede. Beiden gemeinsam sind Anerkennung und Akzeptanz, Vertrauen und Verständnis, Offenheit und Redlichkeit, Respekt voreinander und gegenseitige Hilfe. Zur Liebe gehören noch stärker emotional-affektive Eigenschaften, wie Leidenschaft, Faszination, erotische Intensität und vor allem sexuelles Verlangen und Lust. Aber auch die Reibungsflächen zwischen Liebenden sind größer. Wer zusammenlebt und sich täglich über den Weg läuft, wird die Eigenarten des Partners bzw. der Partnerin weniger gelassen annehmen können als jemand, der dem Freund oder der Freundin nur gelegentlich begegnet. Dennoch schafft gerade diese räumliche Distanz vielfach eine ganz persönliche Nähe, die die (erotische) Anziehungskraft, die unbestritten unter Freunden und Freundinnen latent vorhanden ist, wecken oder verstärken kann. Die Übergänge zwischen Freundschaft und Liebe sind fließend. Umso wichtiger sind eindeutige Grenzziehungen, damit nicht beide Beziehungen gefährdet sind.

Mitten in einem Vers
über die Vergeblichkeit menschlicher Beziehungen klingelt das Telefon.
Sollen wir kommen? fragen die Freunde.
Ja, rufe ich erleichtert, ja!
Und der Vers bleibt auf dem Schreibtisch liegen,
wo er eine Weile verstaubt.