Der Single-Boom – Singles machen über die Hälfte aller Haushalte aus

Der Single-Boom – Singles machen über die Hälfte aller Haushalte aus

Der Single-Boom – Singles machen über die Hälfte aller Haushalte aus
Die Singles sind auf dem Vormarsch: In den Großstädten machen sie mittlerweile über die Hälfte aller Haushalte aus. Gab es 1970 in den alten Bundesländern 5,5 Millionen Einpersonenhaushalte, waren es zwanzig Jahre später, bei weitgehend gleich bleibender Einwohnerzahl, über zehn Millionen. Die neuen Bundesländer dazugerechnet, können wir heute von etwa 13 Millionen Solo-Haushalten ausgehen.

Auch die Wirtschaft hat diese kaufkräftige Zielgruppe längst entdeckt: Von Lebensmitteln in kleinen Packungsgrößen und Fertiggerichten für eine Person über maßgeschneiderte Appartements in Hochhäusern mit entsprechender Wohnkultur bis hin zu Single-Clubs, Single-Diskos, Single-Urlaubsreisen (Nie mehr am Katzentisch) und, zu guter Letzt, Partnerschaftsvermittlungen per Internet – das Geschäft mit den Singles boomt.

Glaubt man den Medien und vor allem der Werbung, sind Singles junge, gut aussehende, zahlungskräftige, freiheitsliebende, vergnügungssüchtige, stets gut gelaunte Menschen, die ein rundum sorglos-glückliches, bisweilen ausschweifendes Leben führen und als Typ genau in unsere Welt zu passen scheinen. Unermüdlich basteln sie an ihrer Karriere, gehen ganz in ihrem Beruf auf und verzichten folgerichtig auf jede feste Bindung. Der Single, so wird uns und ihm selbst eingeredet, ist der Idealtyp des unabhängigen, weltgewandten Großstädters und zugleich der Prototyp des allerorten ein setz – baren und jederzeit verfügbaren Mitarbeiters. Als Jungdynamiker und Einzelkämpfer sind die Singles gefragte Leute in unserer modernen Leistungs- und Konsumgesellschaft.

Soweit die Klischees und Vorurteile – weit verbreitet und unausrottbar. Die Wirklichkeit sieht wie immer völlig anders aus, zumindest jedoch viel differenzierter. Das beginnt schon mit der Personengruppe selbst: Wer ist ein Single? Alle Alleinlebenden: die jungen Ledigen, die getrennt Lebenden oder Geschiedenen in den besten Jahren, die Verwitweten der älteren Jahrgänge? Diejenigen, die gewollt und langfristig ihre Solo-Existenz betreiben, oder auch solche, die sich eher unfreiwillig zum Alleinleben verdammt fühlen, stets auf dem Sprung in eine (neue) Beziehung? Über die tatsächliche Lebensweise sagt der Begriff Single wenig aus.
heißt schon Single-Dasein? Ich bin 32 fahre alt, lebe allein und habe seit neun fahren einen festen Partner. Wir möchten beide nicht auf unsere eigenen vier Wände verzichten. Ein typisches Rollenverhalten gibt es nicht, da jeder für seine Angelegenheiten selbst verantwortlich ist. Wir haben mehr Zeit, unsere Partnerschaft und Freundschaften zu pflegen, als im Alltag über Belanglosigkeiten zu streiten, die in Mehrpersonenhaushalten meiner Meinung nach zwangsläufig entstehen.