Anfragen und respektvollen Umgangs miteinander – Gründe fürs Heiraten

Anfragen und respektvollen Umgangs miteinander – Gründe fürs Heiraten

Anfragen und respektvollen Umgangs miteinander – Gründe fürs Heiraten
Aus einer solchen Grundhaltung respektvollen Umgangs miteinander können dann auch kritische Anfragen gestellt werden. Zu fragen bleibt und kritisch anzumerken ist, ob ausreichend Vertrauen und Zutrauen wachsen kann in einer letztlich noch ungeklärten Beziehung mit möglichen Vor-behalten, bisweilen sogar unausgesprochenen Vorbedingungen und Vorleistungen? Ob Sorge und Angst, den Partner verlieren zu können, weniger zur erhofften Freiheit als vielmehr zu neuen Abhängigkeiten führen können? Ob das Zusammenziehen vor der Ehe das Risiko und Wagnis des späteren Zusammenlebens in der Ehe tatsächlich zu vermindern oder aufzuheben vermag? Ob beim Scheitern einer solchen Beziehung nicht ähnliche (psychische) Prozesse ablaufen wie bei der Scheidung einer Ehe? Ob dann nicht beim Verlust des Partners bzw. der Partnerin die bereits vorhandenen Bindungsängste weiter anwachsen und Skepsis und Misstrauen in die Tragfähigkeit menschlicher Beziehungen sich noch verstärken?

Solange es gut geht,
sagen die beiden Ja.
Ob das lange gut geht?

Vielleicht können solche oder ähnliche Anfragen jungen Paaren bei ihrem Bemühen um eine verantwortungsbewusste Entscheidung weiterhelfen. Dabei sollten die beiden Lebensformen verheiratet und unverheiratet nicht gegeneinander ausgespielt werden, da sie immer weniger als ein Gegeneinander, sondern immer mehr als ein Nacheinander erlebt und auch gelebt werden.

Das fordert zu weiterem Nachdenken heraus: Wie kann das Wechselspiel von persönlich-individuell und öffentlich-institutionell (wieder) entdeckt und plausibel begründet werden? Wie können also freie Liebe und Institution Ehe in ihrer stützenden, schützenden und entlastenden Funktion neu zusammengedacht werden? Wie können das persönlich gesagte und das öffentlich gesprochene Ja in einen sinnvollen, d.h. sich ergänzenden und zugleich sich bestätigenden Zusammenhang gebracht werden?

Das Wechselspiel von Privatheit und Öffentlichkeit in einem so persönlichen und intimen Lebensbereich, wie es Freundschaft, Partnerschaft und Liebe nun einmal sind, muss von jungen Paaren nachweislich eher als entlastend denn als belastend erfahren werden. Der Wunsch vieler (vorerst) unverheiratet zusammenlebender Frauen und Männer nach einer gewissen gesellschaftlichen Akzeptanz ihrer Beziehung lässt auf die Bejahung einer wie immer im Einzelnen auch ausgestatteten öffentlichen Absicherung und institutionellen Stützung ihrer Verbindung schließen.

Wenn Ehen aus vielfältigen Gründen nachweislich immer später geschlossen werden, müssen junge Paare plausible Begründungen erfahren, warum sie nach Jahren des Zusammenlebens ohne Trauschein ihr gemeinsames Leben mit dem Trauschein fortsetzen sollen. Neben der Realisierung des Kinderwunsches muss es doch noch weitere gute Gründe für die Ehe geben!

Von Schwiegerfreundinnen und Mitsöhnen – Gründe fürs Heiraten
Suche nach Worten für familiäre Beziehungsgeflechte unverheirateter Paare
Wiesbaden, 4. Januar (AP). Es gehört zu den Binsenweisheiten, dass ein stattlicher und gut verdienender Schwiegersohn den Stolz des Vaters einer Tochter mehren kann. Doch worauf kann der Vater stolz sein, wenn der Mann der Tochter zwar stattlich und gut verdienend ist, mit ihr aber ohne Trauschein zusammenlebt? Ein klarer Begriff für die Form der Quasischwiegerschaft fehlt. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Muttersprache versucht nun der Kieler Germanist Friedhelm Debus, den bislang unaussprechlichen Zustand in treffende Worte zu kleiden.
Der Autor verweist darauf, dass die Wiesbadener Gesellschaft für deutsche Sprache schon 1979 nach den richtigen Wörtern für die unverheirateten Schwiegerkinder gesucht habe, allerdings ohne durchschlagenden Erfolg. Inzwischen aber habe sich die Umgangssprache – immerhin wird die Zahl der unverheirateten Paare inzwischen auf zwei Millionen geschätzt – gleichsam selbst geholfen. Mitte der achtziger Jahre sei die Bezeichnung Schwiegerfreundin aufgetaucht, der sich inzwischen auch der Schwiegerfreund beigesellt habe.

Damit wäre das Problem eigentlich erledigt, zumindest aus der sprachlichen Perspektive der Väter und Mütter. Wenn die Sprachforscher, mit Schwiegerfreund und -freundin trotzdem nicht glücklich sind, so liegt das nach den Worten von Debus daran, dass sich beide Begriffe schwer zu einem System erweitern ließen. Denn wie nennt der sprachlich korrekte Schwiegerfreund dann den Vater seiner Freundin, etwa Schwiegerfreundinvater? Dies wäre wohl doch zu umständlich.

Um das Dilemma aufzulösen, hat der Sprachwissenschaftler und Namensforscher Wilfried Seibicke nun ein neues Bezeichnungssystem vorgeschlagen. Danach sollte der Schwiegersohn ohne Trauschein Wahlsohn heißen, die unverheiratete Schwiegertochter entsprechend Wahltochter und die Eltern Wahlvater und Wahlmutter. Als Oberbegriff für die nicht legalisierte Schwiegerschaft schlug Seibicke das Wort Wahlgemeinschaft vor, es sei denn, man getraue sich gar, auf die altbekannte Wahlverwandtschaft zurückzugreifen.

Dieses System kommt Debus offenbarzu künstlich vor. So schlägt er statt dessen eine Variante vor, wie sie in Mundarten und teilweise schon im Mittelhochdeutschen vorkommt, nämlich Zusammensetzungen mit der Vorsilbe mit-: Mitvater, Mitmutter, Mitsohn und Mittochter. Im Mittelhochdeutschen bezeichnet mit die engste Nähe von Personen und Sachen. So wird ein Teilhaber als Mithalter bezeichnet, ein Kampfgenosse als Mitritter. Der Kieler Sprachwissenschaftler plädiert deshalb dafür, die Ehe ohne Trauschein in das Mit-System einzuschließen, und verweist auf die auch heute hohe Produktivität von mit als Bestimmungswort vom Mitarbeiter über den Mitläufer bis hin zum Mitschüler. Ob sich die Mittochter nun gegen die Schwiegerfreundin durchsetzt, muss die Zukunft erweisen. Vorsorglich verwies Debus schon darauf, dass auch Schwieger- eine gewisse produktive Kraft besitze. Dies zeige ein Beleg, den er kürzlich im Rheinland habe notieren können, nämlich Schwiegerhund – für einen angeheirateten Hund sozusagen, Gründe fürs Heiraten